Krankheiten

Krankheiten bei Zwerghühnern

 

Krankheiten in der Hühnerhaltung,

 

Auch wenn die meisten Zwerghühner im allgemeinen ziemlich robust sind, können sie krank werden.

Aber woran erkennt man ein krankes Huhn? Und welche Krankheiten gibt es eigentlich?

Im folgenden sind die wichtigsten Erkrankungen aufgelistet.

 

Kokizidiose

Kokizidose ist eine Darminfektion. Sie wird durch Einzeller, den sogenannten Kokzidien ausgelöst. Es sind vor allem Küken und Junghennen bis zu einem Alter von 6 Wochen von dieser Krankheit betroffen. Ausgewachsene Zwerghühner haben meistens eine Immunität entwickelt.

Erste Anzeichen der Kokizidiose sind blutiger, schleimiger Durchfall, Apathie, aufgeplusterte Federn und Schmutz um den After. Sie wird über den Kot der Zwerghühner übertragen.

Um das Infektionsrisiko der Küken zu verringern, kann man Kükenfutter mit speziellen Wirkstoffen füttern. Auch Impfungen sind möglich. Vor allem ist aber eine gute Stallhygiene wichtig.

Vogelgrippe

Die Vogelgrippe, auch bekannt geworden durch die Abkürzungen H5N1 und H5N8, ist eine hochinfektiöse Viruserkrankung bei Vögeln. Sie endet immer tödlich. Das Virus wird über den Kot oder die Atemluft infizierter Vögel übertragen. Eingeschleppt wird sie meist durch den Kontakt mit infizierten Wildvögeln.

Anzeichen der Vogelgrippe sind die Blaufärbung der Kehllappen und des Kamms und der plötzliche Tod der Tiere innerhalb weniger Stunden. Daher spricht man auch oft von Geflügelpest.

Bei einem Verdachtsfall im eigenen Bestand, besteht die Pflicht, dies sofort beim zuständigen Vetärinäramt anzuzeigen. Auch der Fund toter Wildvögel sollte gemeldet werden. Wird der Verdachtsfall bestätigt, kann von der Behörde eine vorübergehende Aufstallung des Geflügels im betroffenen Gebiet angeordnet werden und alle Geflügelbestände innerhalb eines eingerichteten Sperrbezirks müssen getötet werden.

Eine Impfung des Geflügels gegen die Viren ist in Deutschland verboten. Um das Übertragungsrisiko auf seine Hühner zu minimieren,  sollte der Kontakt mit Wildvögeln und deren Hinterlassenschaften konsequent vermieden werden. Dazu müsste das Gehege über Abdecknetze und feste Dächer nach allen Seiten gegen das Eindringen von Wildvögeln gesichert werden.

ᐅᐅWichtig: Achten sie immer auf aktuelle Pressemitteilung zu Thema Vogelgrippe!

Mykoplasmose

Mykoplasmose ist eine ernstzunehmende Atemwegserkrankung bei Zwerghühnern.

Der Erreger, die sogenannten Mykoplasmen, sind bakterienähnlich und lösen Symptome wie Husten, Niesen, Ausfluss aus den Nasenlöchern und tränende Augen aus. Eine Infektion kann sowohl direkt, also von Huhn zu Huhn, als auch indirekt über z. B. Futter oder Tränken stattfinden. Die Inkubationszeit liegt zwischen 10 und 30 Tagen.

Die Behandlung ist schwierig und besteht meist aus der Verabreichung eines mykoplasmenwirksamen Antibiotikas. Unter Umständen ist aber auch eine Tötung der Tiere notwendig. Eine vorbeugende Impfung ist möglich.

Marek´sche Hühnerlähmung

Die Marek´sche Hühnerlähmung ist eine  hochinfektiöse Viruserkrankung und betrifft vornehmlich Jungtiere unter 5 Monaten. Besonders betroffene Rassen sind dabei Sebrights und Zwergseidenhühner. Die Verbreitung, des für die Krankheit verantwortlichen Herpesvirus, erfolgt über die Luft. Die Zeit zwischen Ansteckung und Ausbruch der Hühnerlähmung liegt dabei zwischen 2 und 6 Monaten.

Man unterscheidet 2 Formen der Krankheit:

  • die chronische Form

Sie tritt meist im Alter von 2 – 5 Monaten auf. Die Hühner zeigen deutliche Lähmungserscheinungen, typischerweise an Beinen, Kopf oder Flügeln, welche sich durch Koordinationsschwierigkeiten und Krampfanfälle äußern. Bei einigen Tieren kann es auch zur Erblindung kommen.

  • die akute Form

Sie zeigt sich bei Küken bis zur 8. Woche. Anders als bei der chronischen Form, treten hier als einzige erkennbare Symptome, Hautveränderungen bei den Zwerghühnern auf.

Die Krankheit verläuft in der Regel tödlich. Es gibt nur wenige Fälle, in denen sich die Hühner auf Grund ihrer guten Konstitution wieder erholen. Dann bleiben sie allerdings für den Rest ihres Lebens Virusträger und könnten so, neu in die Herde hinzukommende Tiere anstecken.

Deshalb empfiehlt sich eine vorbeugende Impfung schon im Kükenalter.

Hühnerschnupfen

Der Hühnerschnupfen ist eine Virusinfektion, bei der die oberen Atemwege des Zwerghuhns befallen sind.

Die häufigsten Symptome sind Niesen, rasselnde Atemgeräusche, Augenentzündungen und schleimiger Ausfluss aus den Nasenlöchern. Gehäuftes Auftreten des Hühnerschnupfens findet man in der kalten Jahreszeit, wo oft ein feuchtes Stallklima die Virusverbreitung begünstigt. Daher ist eine gute Belüftung im Stall sehr wichtig.

Handelt es sich nur um eine leichte Infektion, kann man sich erst einmal mit Hausmitteln, wie der Fütterung von Zwiebeln behelfen. Um die Abwehrkräfte der Zwerghühner zusätzlich zu stärken, ist eine Gabe von Vitaminen ins Trinkwasser empfehlenswert.

Sollte sich aber nach mehreren Tagen keine Besserung einstellen, so ist ein Gang zum Tierarzt notwendig, da Schnupfen auch ein Hinweis auf andere Krankheiten sein kann.

Infektiöse Bronchitis

Die infektiöse Bronchitis ist eine hochansteckende Viruserkrankung, die durch den Coronavirus ausgelöst wird.

Die Symptome der Krankheit ähneln denen der Mykoplasmose, was eine eindeutige Identifizierung anfangs schwierig macht. Die Inkubationszeit ist bei der IB allerdings wesentlich kürzer, nämlich nur 1- 2 Tage.

Der Krankheitsverlauf kann sehr unterschiedlich sein, je nach Alter und Allgemeinzustand des Huhns. Erkrankte Hühner bleiben aber immer Überträger der Infektiösen Bronchitis, auch wenn sie sich selber wieder erhohlen konnten.

ᐅᐅWichtig: Bei Unsicherheiten immer ab zu Tierarzt!

Eine gute Übersicht über die verschiedenen Krankheiten findet man auch im Buch Hühnerkrankheiten von Dr. med. vet. Werner Lüthgen*.

 

 


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